Kiesgruben und Baggerseen sind in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien und Nutzungsphasen Teil der sich ständig verändernden ökologischen Vielfalt in den Abbaugebieten von Sand und Kies.
Der Langener Waldsee hat sich als neues landschaftsprägendes Element entwickelt, das heute nicht mehr wegzudenken ist und ist auf Grund seiner Strukturvielfalt für Mensch und Tier im Rhein-Main-Gebiet von hohem Interesse.
Der Langener Waldsee ist ein gutes Beispiel für Rekultivierungen. Durch die streng kontrollierte Verwendung fremder Bodenmassen können die Böschungen ungewöhnlich flach angelegt werden. Aber nicht nur die Böschungen werden modelliert. Auch im südlichen Bereich werden Flachwasserbereiche geschaffen. Es gibt eine deutliche Trennung:
Das Nordufer für die intensive Erholungsnutzung, das Südufer für naturnahe Gestaltung und extensive Erholung. Im Süd- und Westbereich wurden außerdem Aufforstungen vorgenommen. Hierfür wurden fünfzehn Baum- und Straucharten verwendet.
Die Abbauflächen bieten Standortmöglichkeiten für die natürliche Ausbildung einer vielgestaltigen Uferzone mit Wasserpflanzen-, Schwimmblatt- und Röhrichtgürteln, die wertvolle Entwicklungs- und Aufwuchsbedingungen für Flora- und Faunaarten bilden. Hierzu gehören z.B. breite Schilfsäume, die nicht nur Lieblingsort für Libellen sind, sondern auch der Wasserreinhaltung dienen.
Im südlichen Bereich aller Gruben findet man Tausende von Kaulquappen, die zeigen, dass die Gewässer zum Laichen angenommen werden. Es gibt ausgedehnte Rohbodenflächen, die inzwischen Heimat für seltene Vogelarten, wie z.B. den Flussregenpfeifer geworden ist.